Baier Christian, romantiker

Ein gemeinsames Wochenende.

 

Mit Mißtrauen und Sehnsucht tasten sich Menschen aneinander heran, immer auf der Lauer, stets am Sprung. Unentwegt probieren sie verschiedene Biographien wie Kleidungsstücke. Tote kommen ins dunkle Spiel, Geiseln, genommen gegen den unbedachten Moment des Glücks.Unaufhaltsam greift die Vergangenheit in die Gegenwart. Die Identitäten von Täter und Opfer wechseln bis zur Verwechselbarkeit. Die Begegnung birgt einen perfiden Plan …

 

In seinem Roman „Romantiker“ setzt sich Christian Baier mit der Gewaltspirale von Uneingestandenem und Ungelebten auseinander. Wirklichkeit wird dabei zum Blickwinkel, dessen Schärfen und Unschärfen die Dynamik des Textes und der Handlung bestimmen.

Zwei Menschen begegnen einander in einem Szenarium, halb Theaterkulisse, halb Wirklichkeit – vor einer Spiegelwand, durch die sie Patienten eines Spital beim Sterben beobachten. Beide haben ihre biographischen Gründe dafür, so zu tun, als wären sie magisch vom Tod angezogen.

Was als missglückter One-Night-Stand beginnt, entwickelt sich zu einem gemeinsam verbrachten Wochenende mit allen Unsicherheiten, die sich aus der Begegnung zweier gegensätzlicher Personen ergeben. Äußerlich zwei Menschen, die sich mit der misstrauischen Vorsicht von Tieren aneinander herantasten, immer auf der Lauer, immer am Sprung, treiben sie ein perfides Spiel mit Ängsten und Sehnsüchten. 

Beide sind Geschlagene ihres Lebens, Getriebene und Gequälte. Sie hadern mit ihrem Schicksal und können doch nicht anders, als sich fortwährend über den erlittenen Schmerz zu definieren: Er flüchtet sich vor dem Krebstod seiner Geliebten in eine überstilisierte Medikamentenabhängigkeit; sie versucht, ihre Kindheit an der Seite eines sadistischen Vaters in dieser Wochenend-Begegnung aufzuarbeiten. Äußerlich sind beide Opfer, innerlich gieren sie nach Vergeltung ...

 

Wien 2006

112 Seiten, 16 x 24 cm

engl. Broschur

 

ISBN 978-3901190995

CHF 29.00

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